Offizielle Inbetriebnahme zukunftsfähiger Abwasserbehandlungsanlagen

Weiterer Meilenstein der Infrastrukturentwicklung im Industriepark Schwarze Pumpe

Die Abwasserbehandlungsanlagen im Industriepark Schwarze Pumpe wurden erweitert und modernisiert. Damit ist der Hotspot des Strukturwandels in der Lausitz noch besser für die zukünftige Entwicklung und die weitere Ansiedlung von Industrieunternehmen gerüstet. 

Die neuen Abwasserbehandlungsanlagen wurden am 28.09.2022 offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage gehört zu den modernsten Deutschlands und verfügt über eine Dimension, welche das Abwasser einer anderthalb so großen Stadt wie Dresden behandeln könnte.

Im Industriepark Schwarze Pumpe wartet mit modernster Abwasserbehandlung auf

Bereits 2021 wurde mit dem Start der ausgebauten und modernisierten Abwasserbehandlungsanlagen (ABA I und II) ein weiterer Meilenstein in der infrastrukturellen Entwicklung des Industrieparks Schwarze Pumpe erreicht. Damit ist der Standort noch besser auf weitere Ansiedlungen vorbereitet und offeriert eine Leistungsfähigkeit, die auch dem zukünftigen Bedarf gerecht wird. Ein weiterer Ausbau wird jedoch auch zukünftig weiterhin auf dem Planungstisch bleiben. Pandemiebedingt erfolgte die offizielle Übergabe der Anlagen ein Jahr später, im September 2022. 

Erweitert wurde die ABA I und die ABA II, die der Aufbereitung des Standortwassers dienen, neu errichtet wurde eine Reinigungsanlage für Brauchwasser. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergingen drei Jahre. Aufgabe der ABA ist, das Industrieabwasser so zu reinigen und aufzubereiten, dass keine Schadstoffe in die Spree und das Grundwasser gelangen. Der Reinigungsprozess geschieht im Wesentlichen auf biologische Weise durch den Einsatz von Mikroben, welche die Schadstoffe des Abwassers verstoffwechseln und Schadstoffe dabei abbauen.

Es werden weitere Unternehmen kommen

Die bis dato bestehende Anlage hätte von den Kapazitäten her rein faktisch gereicht, so Roland Peine, Technischer Geschäftsführer der ASG: „Allerdings wäre sie dauerhaft auf Volllast gefahren, was Störungen geradezu provoziert. Ein Ausfall eines der zwei Aggregate aus den jeweiligen Anlagenstufen hätte Folgen haben können, die nicht abzusehen wären. Durch die Erweiterung auf drei Aggregate konnten wir nun die Abwasseraufbereitung stabiler gestalten. Aber es geht dabei auch um Zukunftsfähigkeit. Es werden weitere Unternehmen nach Schwarze Pumpe kommen. Darauf müssen wir uns bereits jetzt vorbereiten.“ Allein die Papierfabrik Hamburger Rieger, einer der größten Unternehmen im Industriepark, hat für sich schon allein einen enormen Bedarf an Abwasser-Klärung. Schon allein dafür wäre die Erweiterung der ABA II nötig gewesen. Wurden anfangs noch 250.000 Tonnen Papier jährlich produziert, sind es im Moment 360.000 Tonnen, in absehbarer Zeit sollen es deutlich über 400.000 Tonnen sein. Das bedingt automatisch eine Steigerung auch an Abwasser. Doch die Papierfabrik ist nicht das einzige Unternehmen am Standort, was umweltgerechte Entsorgung benötigt.

Mehr als der Bedarf von Dresden

1,8 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser laufen nun durch die ABA I. Das Schadstoffpotential, das die ABAs insgesamt abreinigen können, entspricht in etwa dem anderthalbfachen Bedarf einer Großstadt wie Dresden.

Ca. 85 Millionen Euro insgesamt flossen bisher in die bedarfsgerechte Erweiterung und den Ausbau von ABA I und II. Dabei sind anteilig Fördermittel in Höhe von 72 Millionen Euro aus dem Fördermittelprogramm zur Förderung von Vorhaben zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur (GRW-Infra).

„Das Besondere dabei ist“, so Tony Hansel, Projektverantwortlicher und Bauleiter, „dass länderübergreifend zusammengearbeitet wurde. Sachsen förderte hier die Entwicklung der Infrastruktur, die dazu beiträgt, dass auch Projekte und Ansiedlungen im brandenburgischen Teil des Industrieparks abgesichert werden.“ Roland Peine ergänzt: „Das ist gelebter Strukturwandel! Wir haben uns auf den Weg gemacht, die Weiterentwicklung des Industrieparks zu ermöglichen. Dazu stellen wir auch Förderanträge, die nur erfolgreich beschieden werden können, wenn wir nachweisen, dass wir bedarfsgerecht investieren wollen.“

300 Millionen Euro hat die ASG dazu bereits in die Hand genommen. Dass sich die Investition lohnt und zielgerichtet erfolgt ist und weiterhin erfolgen wird, davon zeugen positive Reflektionen der Unternehmen am Standort und diverse Nachfragen nach Ansiedlungsflächen in Schwarze Pumpe.


Bild (von links): Frank Kamka, Technischer Leiter ASG Spremberg, Roland Peine, Technischer Geschäftsführer ASG, Tony Hansel, Projektleiter, auf der Abwasseranlage des Industrieparks Schwarze Pumpe. (Foto: Tudyka.PR)

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