Grüne Kraftstoffe aus dem Industriepark Schwarze Pumpe – Ministerin Martina Klement informiert sich über „Green Fuels Lausitz“

Besuch Ministerin Martina Klement im EBS-Heizkraftwerk im Industriepark Schwarze Pumpe.

Die Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg, Martina Klement, hat das Ersatzbrennstoff (EBS)-Heizkraftwerk der Hamburger Containerboard Spremberg im Industriepark Schwarze Pumpe besucht. Das Hauptthema bei dem Vor-Ort-Termin war die Vorstellung des innovativen Projektes „Green Fuels Lausitz“. Ziel ist, grünes Methanol sowie grünen Flugzeugkraftstoff, kurz eSAF, in der Region zu produzieren.

Entwickelt wird das Projekt gemeinsam von den Unternehmen Hamburger Containerboard und ENERTRAG SE. Die ASG Spremberg GmbH, die den länderübergreifenden Industriepark Schwarze Pumpe managt und entwickelt, unterstützt das Projekt und macht sich für die Umsetzung an dem überregional bedeutenden Wirtschaftsstandort stark. „Die Rahmenbedingungen für eine Umsetzung im Industriepark Schwarze Pumpe sind sehr gut“, sagt Roland Peine, technischer Geschäftsführer der ASG Spremberg GmbH. Er beleuchtete beim Besuch von Ministerin Martina Klement gemeinsam mit Uwe Amann, Managing Director Operations bei Hamburger Containerboard, sowie Christoph Menzel von ENERTRAG, Projektleiter H2 und PtL, den aktuellen Projektstand.

Nachhaltige Nutzung von biogenen Kohlendioxid-Emissionen

Im Industriepark Schwarze Pumpe sind aktuell rund 120 Unternehmen mit rund 5000 Beschäftigten ansässig. Ein starker Partner ist die Papierfabrik der Hamburger Containerboard Spremberg und der Dunapack Spremberg mit insgesamt etwa 900 Mitarbeitenden. Die Produktion ist im Jahr 2005 gestartet. Insgesamt wurden durch Hamburger Rieger bis heute 1,3 Milliarden Euro in Schwarze Pumpe investiert. Zwei Papiermaschinen sind heute im Einsatz. Ein eigenes EBS-Heizkraftwerk versorgt die Fabrik mit elektrischem Strom und Prozessdampf. Ein zweites EBS-Kraftwerk geht demnächst in Betrieb. Thermisch verwertet werden Siedlungs- und Gewerbeabfälle sowie Reststoffe aus der Papierproduktion, die sich auf anderem Weg nicht mehr verwerten lassen.

Mit „Green Fuels Lausitz“ sollen die biogenen Kohlendioxid-Emissionen aus den EBS-Kraftwerken, rund 320 Kilotonnen pro Jahr, zukünftig nachhaltig genutzt werden. Das CO2 aus dem Rauchgas, so der Plan, wird mittels CO2-Abscheidung abgeschieden. Genutzt wird es anschließend in einem ersten Prozessschritt für die Produktion von grünem Methanol. Dieses dient als Ausgangsprodukt für die Produktion von eSAF (electric Sustainable Aviation Fuel). Benötigt wird dafür ebenfalls grüner Wasserstoff. Dieser soll zu gleichen Teilen regional in einem Elektrolyseur erzeugt und zugleich über einen Anschluss an das geplante H2-Kernnetz bezogen werden.

Industriepark Schwarze Pumpe an Wasserstoff-Kernnetz anschließen

Bis zu 72.500 Tonnen eSAF können so pro Jahr in der Lausitz erzeugt werden. Die Investitionssumme beträgt rund 870 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2031 geplant. Rund 50 direkte und circa 250 indirekte Arbeitsplätze sollen dauerhaft entstehen.

Doch wie geht es weiter? „Im August 2020 wurde die Maßnahme für die Power-to-Liquid (PtL)-Demonstrationsanlage in der Lausitz beschlossen. Sechs Jahre später sind wir noch keinen Schritt weiter“, sagt Roland Peine. Die Projektpartner nutzten das Gespräch mit Ministerin Martina Klement, um ihre Kernanliegen für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes zusammenzufassen. Ganz oben auf der Liste steht der Wunsch nach einer effektiven Förderung für Strukturwandel- und Energieprojekte, insbesondere die Fortführung der Ausschreibung für eine PtL-Demonstrationsanlage in der Lausitz. Außerdem sollen die Lausitz und insbesondere der Industriepark Schwarze Pumpe an das Wasserstoffkernnetz und an Wasserstoff-Speicherstätten über kurze Bestandstrassen zum Knoten Lauchhammer angebunden werden.

Die transformationsgerechte Ausschreibung öffentlicher Flächen, eine kommunale Flächenausweisung für den Energiebedarf der Industrie vor Ort sowie die Unterstützung durch bundespolitische Weichenstellungen und regulatorische Sicherheit im Bereich e-Fuels sind weitere Punkte, die aus Sicht der Partner für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes im Industriepark Schwarze Pumpe erforderlich sind. Der Industriepark Schwarze Pumpe bietet ideale Standortfaktoren für eine eSAF-Produktion in der Lausitz. „Es braucht Unterstützung. Wir sind davon überzeugt, dass wir uns in einem Bieterwettbewerb gegen andere Mitbewerber durchsetzen können“, sagt Uwe Amann.

Bildunterschrift: Martina Klement, Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg, hat den Industriepark Schwarze Pumpe besucht. Gemeinsam mit Roland Peine (von links; ASG Spremberg GmbH), Christoph Menzel (ENERTRAG SE), Uwe Amann (Hamburger Containerboard) und Julian Brüning (Mitglied des Brandenburger Landtages) sprach die Ministerin über das Projekt “Green Fuels Lausitz”. Foto: ASG Spremberg GmbH/Tobias Roitsch