Revierwende-Netzwerktreffen im Industriepark Schwarze Pumpe zeigt, was sich hinter den Werkstoren bewegt

Wie sieht Strukturwandel eigentlich aus, wenn man nicht nur darüber spricht, sondern mitten hineinfährt? Diese Frage stand beim Revierwende-Netzwerktreffen am 16. September im Dock3 Lausitz im Mittelpunkt. Rund 25 Gewerkschaftsvertreter, unter anderem aus dem DGB sowie aus verschiedenen Unternehmen des Industrieparks Schwarze Pumpe und der Region, waren zu Gast. Begleitet wurde das Treffen von Alexander Scharfenberg aus dem Team des Zweckverbandes Industriepark Schwarze Pumpe (ZV ISP).
Zum Auftakt ging es um die aktuellen Investitionsvorhaben und Zukunftsprojekte am Standort. Dabei wurde deutlich, welche Dynamik sich derzeit im Industriepark entwickelt und welche Projekte in den kommenden Jahren neue Wertschöpfung und Beschäftigung in der Lausitz schaffen können. Anschließend ging es raus aus dem Besprechungsraum und hinein in den Industriepark. Bei einer Rundfahrt stellte Alexander Scharfenberg den Standort, der von der ASG Spremberg GmbH gemanagt und entwickelt wird, und ausgewählte ansässige Unternehmen näher vor. Dabei zeigte sich schnell, dass viele Entwicklungen, die den Industriepark heute prägen, von außen kaum sichtbar sind.
Rund 3000 Lkw sind täglich im Industriepark Schwarze Pumpe unterwegs
Besonders überrascht zeigten sich die Teilnehmer von der Vielfalt der bereits bestehenden und geplanten Investitionen. Auch die gewachsenen Wertschöpfungsketten am Standort sorgten für Aufmerksamkeit. So bestehen beispielsweise enge industrielle Verbindungen zwischen der Kohle- und Papierindustrie, die zeigen, wie unterschiedlichste Unternehmen und Produktionsprozesse im Industriepark miteinander verbunden sind.
Auch die Dimension der Logistik beeindruckte. Bis zu 3000 Lkw werden am Standort täglich be- und entladen. Was sich nach einem enormen Verkehrsaufkommen anhört, ist im Alltag des Industrieparks kaum wahrnehmbar. Möglich wird das durch die gewachsenen Strukturen und das ausgeklügelte Logistiksystem des Standorts. Ein weiterer Punkt wurde bei der Rundfahrt besonders deutlich: Der Industriepark Schwarze Pumpe verfügt nicht nur über eine starke industrielle Basis, sondern auch über erhebliche Flächen für die zukünftige Entwicklung. Die Größe der geplanten Ansiedlungsflächen machte für viele Teilnehmer unmittelbar sichtbar, welches Potenzial hier für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region vorhanden ist.
Der Strukturwandel ist heute schon sichtbar
„Viele Dinge, über die wir in der Strukturwandel-Debatte sprechen, werden erst verständlich, wenn man sie vor Ort sieht“, so die Quintessenz des Besuchs. Die Gespräche zeigten, wie wichtig es ist, den Strukturwandel nicht nur anhand von Förderprogrammen und Projektlisten zu betrachten, sondern auch die konkreten industriellen Prozesse, Arbeitsplätze, Wertschöpfungsketten und Investitionen dahinter zu verstehen.
Zum Abschluss wurde deshalb auch über die grundsätzliche Frage diskutiert, was im Strukturwandel tatsächlich Wirkung entfaltet. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderern aus Brandenburg und Sachsen tauschten sich die Teilnehmer über die bisherigen Entwicklungen, Erfolge und Herausforderungen der Transformation aus. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, welche Maßnahmen notwendig sind, damit aus den umfangreichen Investitionen und Projekten dauerhaft neue wirtschaftliche Perspektiven für die Region entstehen.
Der Tag im Industriepark Schwarze Pumpe hat dabei eines deutlich gemacht: Strukturwandel findet nicht irgendwann in der Zukunft statt. Er ist bereits heute sichtbar, in neuen Unternehmen, neuen Wertschöpfungsketten, neuen Investitionsprojekten und auf den Flächen, auf denen die nächste Generation industrieller Entwicklung entstehen soll.